08. April 2016

Tagung zu Perspektiven auf den Gender Pay Gap

„Entgeltgleichheit auf dem Prüfstand“. Perspektiven auf den Gender Pay Gap

Die Verdienste von Frauen und Männern unterscheiden sich in Deutschland erheblich. Mit einem Gender Pay Gap von aktuell 22 Prozent ist jedoch nicht nur das Niveau des Unterschieds im europäischen Vergleich hoch. Vielmehr wird durch eine zeitliche Verlaufsbetrachtung der Einkommensunterschiede auch die Persistenz der Verdienstnachteile von Frauen in Deutschland deutlich.

In der Forschung wird der Gender Pay Gap von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und ausgehend von unterschiedlichen Theorien diskutiert. Je nach theoretischem Zugang variiert der eingenommene Blickwinkel auf die Verdienstunterschiede, auf die Erklärung der Einkommensunterschiede und auf die Frage nach darin enthaltenen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts. Während beispielsweise in der Ökonomie humankapitaltheoretische Sichtweisen vorherrschend sind, dominieren in der Geschlechtersoziologie Annahmen, die von einer systematischen Unterbewertung weiblicher Erwerbsarbeit ausgehen.

Das Ziel der Tagung ist es, aktuelle Forschungsbeiträge mit unterschiedlichen theoretischen und methodischen Zugangsweisen zum Thema ‚Gender Pay Gap und mögliche Wege in Richtung Entgeltgleichheit‘ zu diskutieren (z.B. Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Gender Studies, Rechtswissenschaften, Politikwissenschaften). Im Zentrum stehen die eingenommen Perspektiven auf den Gender Pay Gap insgesamt sowie auf einzelne darin enthaltene Erklärungsfaktoren.

Insbesondere sollen die jeweiligen Unterschiede und/oder Gemeinsamkeiten der Sichtweisen sowie die jeweils daraus hervorgehenden politischen Implikationen diskutiert werden.

Auf der Tagung sind national angelegte Beiträge ebenso willkommen wie international angelegte Vorträge. Die Beiträge können in deutscher oder englischer Sprache gehalten werden. 

Die Beiträge können beispielsweise folgende Schwerpunkte adressieren:

- Ursachenanalyse des Gender Pay Gap

- (EU) Politische/Rechtliche Regulierungen

- Wohlfahrtsstaatliche Regime und ihre Implikationen auf den Gender Pay Gap

- Bedeutung der Industriellen Beziehungen

- Rolle der Organisationen

- Instrumente zur Identifizierung von Entgelt(un-)gleichheit

Mit dem Call for Papers möchten wir ausdrücklich Nachwuchswissenschaftler_innen zu einer Bewerbung einladen, Beiträge anderer Wissenschaftler_innen sind aber selbstverständlich ebenso willkommen.

Die Tagung wird veranstaltet von Prof. Dr. Ute Klammer (UDE), Dr. Christina Klenner (WSI) und Sarah Lillemeier (UDE).

Interessent_innen sollten ein maximal einseitiges Abstract mit Titel, Fragestellung, methodischer Herangehensweise, evtl. verwendeter Datengrundlage sowie einer kurzen Erläuterung des theoretischen Bezugs des Beitrags bis zum 31.12.2015 als PDF- oder Word-Datei per Email schicken an: Sarah Lillemeier, Universität Duisburg-Essen (sarah.lillemeier@unidue.de).

Über die Annahme der Abstracts entscheidet eine wissenschaftliche Auswahlkommission bis Ende Januar 2016.

Frist des Call for Paper: 31.12.2015

- Datum der Tagung: 08.04.2016

- Ort: Universität Duisburg-Essen

Den Flyer zur Tagung finden Sie hier.