03. September 2015

Dialogforum Vorbeugende Sozialpolitik

Themenentwicklungsworkshop IV: Kunden, Nutzer, Klienten. Was wissen wir über die Adressatinnen und Adressaten vorbeugender Sozialpolitik- und was wissen wir nicht?

Referentin: Prof. Dr. Cornelia Schweppe, Universität Mainz

Vorbeugende Sozialpolitik ist nicht auf die ersten Lebensjahre beschränkt, sondern erstreckt sich auf den gesamten Lebensverlauf- von den Frühen Hilfen bis hin zur aufsuchenden Seniorenarbeit. So vielfältig und vielschichtig wie die Arbeitsfelder der präventiven Sozialpolitik sind auch ihre Adressatinnen und Adressaten und deren Lebenslagen. Für den Erfolg präventiv ausgerichteter Angebote und Programme, die häufig freiwillig in Anspruch genommen werden (oder auch nicht), ist daher ein fundiertes, empirisch abgesichertes Wissen über die Lebenswelten, die subjektiven Bedürfnisse und Sinnhorizonte ihrer Adressat_innen unverzichtbar.

In diesem Zusammenhang ist auch stets zu fragen, welchen konkreten Gebrauchswert soziale Dienstleistungen aus der Perspektive ihrer Nutzer_innen haben und welche Formen der individuellen Nutzung und Aneignung durch die jeweils gegebenen institutionellen Rahmenbedingungen gefördert oder auch limitiert werden. Denn ohne eine systematische Erfassung und Einbindung der Nutzer_innenperspektive ist keine nachhaltige Qualitätsentwicklung oder gar Wirkungsorientierung präventiver Politik möglich. Eine solche Perspektive kann zudem dazu beitragen, vorhandene Barrieren der Inanspruchnahme präventiver Angebote und Leistungen zu identifizieren und abzubauen.

Im Rahmen eines Politikansatzes, der auf die Förderung der tatsächlichen Handlungs- und Verwirklichungschancen seiner Adressat_innen abzielt und auf die Anerkennung und Stärkung ihrer Selbst- und Mitbestimmungsrechte Wert legt, stellt sich nicht zuletzt auch die Frage nach den Ermöglichungsbedingungen „echter“ demokratischer Partizipation der Betroffenen und damit auch nach der politischen Dimension präventiver Sozialpolitik. Welche realistischen Möglichkeiten haben Landespolitik, Kommunen und Träger, die Betroffenen bei der Planung, Gestaltung und Durchführung präventiver Maßnahmen und Programme stärker einzubinden, und welche strukturellen Veränderungen sind hierfür notwendig?

Prof Dr. Cornelia Schweppe, Institut für Erziehungswissenschaft/AG Sozialpädagogik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wird auf der Grundlage der Erfahrungen aus dem DFG-geförderten Forschungsprojekt „Adressat_innen der Jugendhilfe“ und weiteren Forschungsarbeiten einen Impulsvortrag zum Thema des Workshops halten.

- Datum: 03. September 2015, 14.00 - 17.00 Uhr 

- Ort: Geschäftsstelle der Forschungsstelle (Kronenstraße 62, 40217 Düsseldorf)

Das Programm finden Sie hier.

Eine ausführliche Zusammenfassung der vier Themenentwicklungsworkshops finden Sie hier.