27. Mai 2019

„Wie geht’s dir, UWE?“ Monitoring der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen als Grundlage einer integrierenden, chancengerechten Stadtentwicklung

Prof. Dr. Sören Petermann, Prof. Dr. Klaus Peter Strohmeier, Katharina Yaltzis, Michaela Albrecht

Bildungssegregation ist Konsequenz gewachsener sozialer und sozialräumlicher Ungleichheit. Bildungs- und Lebenschancen von Kindern und Jugendlichen sind ungleich über Sozialräume und Schulen verteilt. Dafür gibt es viele statistische Belege. Eine offene Frage ist, wie die Kinder selbst das Aufwachsen in segregierten Quartieren und Lernorten erleben.

Um die Sicht der Kinder auf ihre Wohn- und Lernorte zu erfassen und um nachgewiesene sozialräumliche und institutionelle Effekte auf das Wohlbefinden und die Entwicklung der Kinder zu verstehen, wird ein kleinräumiges Sozial- und Bildungsmonitoring nach Vorbild des kanadischen „Middle Years Development Instrument“ (MDI) entwickelt. Anhand eines Schülerfragebogens für Kinder und Jugendliche in der Sekundarstufe I wird gefragt, wie es den Kindern geht und von welchen Bedingungen und Ressourcen ihr Wohlbefinden abhängt. Die Einsicht in die Verknüpfung von Kontextbedingungen im Quartier, in der Schule und in der Familie mit dem Wohlergehen der Kinder macht es möglich, vor Ort räumliche, institutionelle und personale Umgebungen zu schaffen, die förderlich für die Entwicklung der Kinder sind. Kommunen und Schulen erhalten ein steuerungsrelevantes Instrument, das für die Diagnose von Problemlagen, die Selbstevaluation ergriffener Initiativen und die Aufklärung der Öffentlichkeit eingesetzt werden kann.

Das Instrument wird in Kooperation mit der Stadt Herne im Rahmen einer Pilotstudie entwickelt und praktisch angewendet. Die Ergebnisse werden zusammen mit den lokalen Akteuren in Schulen und Quartieren diskutiert, bewertet und praktisch umgesetzt.

Downloads:

FGW-Impuls (pdf, 4 Seiten)

FGW-Studie in Kürze (pdf)