09. November 2018

#120Dezibel: Frauenrechte oder Antifeminismus? Populistische Diskursstrategien innerhalb der extremen Rechten

Dr. Margarete Jäger, Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung

Dr. Regina Wamper, Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung

Benno Nothardt, Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung

Max Kroppenberg, Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung

Laufzeit: 15.September2018  – 15 Januar 2019

In Anspielung auf die #metoo-Debatte und vor dem Hintergrund eines Tötungsdelikts in Kandel riefen Akteur_innen aus dem Umfeld der „Identitären Bewegung“ 2018 die Kampagne #120 Dezibel ins Leben, die nach eigenen Angaben auf „vergessene Opfer“ aufmerksam machen will. Dabei geht es um Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewaltverbrechen wurden, allerdings werden ausschließlich die Taten angesprochen, bei denen die Tatverdächtigen vermeintlich einen Migrationshintergrund haben. Diese Ethnisierungen von Sexismus sind auch in hegemonialen Diskursen aufzufinden. Die Kurzexpertise fragt danach, wie die Ethnisierung von Sexismus in der extremen und populistischen Rechten mit einem völkischen Antifeminismus korrespondiert und welche Anschlussstellen es in hegemonialen Diskursen gibt. Dabei besteht die Frage, ob migrationsfeindliche Positionen der extremen Rechten dann anschließbarer für die öffentlichen Debatten in Deutschland sind, wenn sie aus dem Geschlechterdiskurs heraus formuliert werden.