16. Juni 2016

Foto-Dokumentation: NRW-Dialog mit Elisabeth Wehling am 15. Juni 2016

Die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling erklärte am 15. Juni 2016 im Palais Wittgenstein, wie wichtig sprachliche Bilder sowie daraus abgeleitete diskursive Frames („Deutungsrahmen“) für die politische Deutungshoheit sind. Sie wies darauf hin, dass sich die Spezifika der Muttersprache auf die Wahrnehmung der Realität auswirken, dass rationales Denken per se unmöglich ist, dass Fakten ohne Frames nicht kommuniziert werden können und dass die Wahrnehmung über Frames weitgehend unbewusst funktioniert. In der Diskussion mit Wirtschaftsjournalist Thomas Fricke stand die Frage im Vordergrund, ob es Konservativen leichter fällt zu „framen“, als Progressiven, was Elisabeth Wehling bejahte. Aus dem Publikum kam der Einwand, dass Rationalität, Aufklärung und Demokratie überflüssig seien, wenn wir alle nur die Sklaven von Sprachbildern sind. Das verneinte Elisabeth Wehling mit dem Hinweis darauf, dass eine Auswahl zwischen politischen Positionen nur dann sinnvoll getroffen werden könne, wenn Werte und Frames zusammenpassten. Derzeit würden Gruppierungen mit unterschiedlichen Werten gleiche Frames verwenden, was ein Problem für die Unterscheidbarkeit in einer Demokratie sei. 

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