25. Januar 2018

Dokumentation der Tagung "Autonome Systeme und Arbeit - Perspektiven, Widersprüche und Konsequenzen"

Zum Thema der Tagung:

In absehbarer Zukunft werden Autonome Systeme Einzug auch in die Arbeitswelt halten. Ähnlich wie die viel diskutierten selbst fahrenden Autos basieren sie auf den Prinzipien der Künstlichen Intelligenz. In der Arbeitswelt handelt es sich beispielsweise um Systeme wie autonome Roboter, adaptive Assistenzsysteme oder auch intelligente Logistiksysteme. Erste Anwendungsfälle von erfolgreich implementierten Systemen dieser Art in Industriebetrieben sind verschiedentlich dokumentiert. 

Diese Entwicklung stellt die Arbeitsforschung in konzeptioneller und empirischer Hinsicht vor große Herausforderungen. Es werden nicht nur die im Prinzip bekannten Fragen nach den technologischen Konsequenzen für Jobs und Qualifikationen aufgeworfen, sondern ungeklärt ist auch, welche neuen Herausforderungen sich damit für Analysekonzepte und Gestaltungskriterien für Arbeit verbinden. Darüber hinaus stellen sich arbeitspolitische und ethische Fragen nach den sozialen Konsequenzen dieser Systeme. Letztlich ist aber auch unklar, welche Entwicklungs- und Anwendungspotenziale Autonome Systeme und Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt tatsächlich haben und wo mögliche Grenzen und Widersprüche ihrer Nutzbarkeit liegen.

Im Rahmen der geplanten FGW-Tagung soll diesen Fragen aus dem Blickwinkel verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen genauer nachgegangen werden. Generelle Zielsetzung ist es, einen interdisziplinären Beitrag zum laufenden Diskurs über die wachsende Bedeutung und die Konsequenzen von Systemen der Künstlichen Intelligenz für Arbeit zu geben. Jenseits der vielen spekulativen Erwägungen und Diskussionen soll eine fundierte Einschätzung gewonnen werden, welche arbeits- und gesellschaftspolitischen Weichenstellungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Technologien geboten sind.

 

Eine Buchpublikation zum Thema "Autonome Systeme und Arbeit. Perspektiven, Herausforderungen und Grenzen der Künstlichen Intelligenz in der Arbeitswelt" (darunter auch einige Beiträge der Referent_innen der Tagung) ist in Vorbereitung und wird voraussichtlich in 2019 erscheinen. Ankündigung vom Verlag: https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4395-4/autonome-systeme-und-arbeit/

 

Vorträge:

Themenblock 1 - Entwicklung und Anwendungsfelder Autonomer Systeme und der Künstlichen Intelligenz

  1. Prof. Dr. habil. Christoph Igel (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI, Wissenschaftlicher ­Direktor des Educational Technology Lab Berlin) „Künstliche Intelligenz in Bildungs- und Arbeitsräumen: Wissensbasierte Systeme und Maschinelles Lernen“
  2. Prof. Dr.-Ing. Peter Brödner (Karlsruhe/Universität Siegen) "Grenzen und Widersprüche der Entwicklung und Anwendung autonomer Systeme"
  3. Dr.-Ing. Ernst Krämer (Prokurist Technische Koordination, Miele & Cie KG) „Anwendungsfelder und Realisierbarkeit Autonomer Systeme aus unternehmenspraktischer Sicht“

 

Themenblock 2 - Autonome Systeme und der Wandel von Arbeit: Konzeptionelle Beiträge und empirische Forschungsergebnisse

  1.  Prof. Dr. Ingo Schulz-Schaeffer (Institut für Soziologie, TU Berlin) "Verteilte Handlungsträgerschaft aus handlungstheoretischer und praxistheoretischer Perspektive"
  2. Prof.  Dr.-Ing. Thomas Herrmann (Lehrstuhl für Informations- und Technikmanagement, Ruhr-Universität Bochum) „Herausforderungen der soziotechnischen Evaluation digitalisierter Arbeitsbedingungen“
  3. Prof. Dr. Sabine Pfeiffer (Lehrstuhl für Soziologie, FAU Erlangen-Nürnberg) "Paradoxien autonomer Systeme: Zur Relevanz von Erfahrungswissen"

 

Themenblock 3 - Autonome Systeme und die Selbstbestimmung des Menschen: Gesellschaftspolitische Perspektive

  1.  Konrad Klingenburg (IG Metall Vorstand, Leiter Berliner Büro) "Arbeitspolitische Konsequenzen und Herausforderungen des industriellen Einsatzes Autonomer Systeme"
  2. Prof. Dr. Christoph Hubig (Institut für Philosophie, TU Darmstadt) "Haben autonome Maschinen Verantwortung?"

 

Moderation der Tagung: Dr. Martin Florack (Universität Duisburg-Essen)

Presse:

„Bei künstlicher Intelligenz trennten sich die Geister zwischen Heilsverkündern und Apokalyptikern. Beide überschätzten den Wirkungsgrad von KI.“ Wolfgang Schmitz (VDI Nachrichten) über die Tagung "Autonome Systeme und Arbeit - Perspektiven, Widersprüche und Konsequenzen". Weiterlesen (Artikel der VDI Nachrichten)

 

Programmflyer der Tagung (PDF)

 

Fotos: Patrick Kaut