03. August 2018

Polarisierung und Digitalisierung

Dr. Philipp Staab (Universität Kassel)

Lena Prediger (Institut für die Geschichte und Zukunft der Arbeit)

Laufzeit: 01.07.2018 - 28.02.2019

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Entwicklung sozialer Ungleichheit stehen seit einiger Zeit verstärkt im Fokus von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Im Zentrum steht dabei die Hypothese einer Polarisierungsbewegung, die sich sowohl auf der betrieblichen Ebene (Mikro) als auch auf der Ebene von Arbeitsmarkt und Sozialstruktur (Makro) abspielt. Auf der Mikro-Ebene des Betriebs wird gefragt, welche Qualifikationen in Zukunft noch gebraucht werden beziehungsweise, ob und welche Tätigkeiten in naher Zukunft wegfallen könnten, aber auch welche Professionen die Gewinner der technologischen Wandels sein werden. Auf der Makro-Ebene werden die Effekte neuer Technologien für die Entwicklung der Sozialstruktur in den Blick genommen, mit der These im Hintergrund, technologischer Wandel sei schon seit Jahrzehnten eine der entscheidenden Triebkräfte der Entwicklung sozialer Ungleichheit in Form einer Polarisierungsdynamik zwischen akademischen Berufsgruppen und Routinetätigkeiten. Die Verbindungen, Übereinstimmungen und Widersprüche zwischen beiden Debattensträngen werden dabei kaum thematisiert. Die Studie schließt diese Lücke. Sie erfasst (1) den empirischen und analytischen Debattenstand auf Mikro- und Makroebene, setzt (2) beide Bereiche in systematische Verbindung zueinander und zeigt (3) politische Handlungsoptionen auf, der Polarisierung auf betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene entgegenzuwirken.