20. November 2016

Industrie 4.0 und die Arbeitsdispositionen der Beschäftigten

Prof. Dr. Frank Kleemann, Universität Duisburg-Essen

Prof. Dr. Thomas Haipeter, Universität Duisburg-Essen

Ingo Matuschek, Universität Duisburg-Essen

Laufzeit: 01.12.2016 - 15.06.2018

Die Arbeitskräfte und ihre Dispositionen werden als Vorbedingung für die Einführung cyber-physischer Systeme bisher kaum in den Blick genommen. Eine systematische Fokussierung auf Beschäftigte als Akteur_innen und ihre (unterschiedlichen) Arbeitsdispositionen erscheint jedoch geboten, um den Wandel von Arbeit im Prozess der Digitalisierung angemessen erfassen zu können. Mit einem Fokus auf industrielle Facharbeit sollen Wahrnehmungen und Deutungen des Entwicklungsprozesses durch die Beschäftigten und insbesondere ihre Reaktionsweisen darauf auf der Grundlage ihrer Arbeitsdispositionen untersucht werden. Inkompatibilitäten zwischen Implementationsprozessen und Arbeitsdispositionen können dysfunktional für die erfolgreiche Einführung von cyber-physikalischen Systemen sein, daher ist die Erfassung der Beschäftigtenperspektive überaus praxisrelevant. Praxisbezogenes Ziel des Projekts ist es, typische Mismatch-Relationen zwischen realen Anforderungen von Industrie 4.0 an die Beschäftigten einerseits und den Kompetenzen und Arbeitsdispositionen der Belegschaft andererseits zu identifizieren und Leitlinien zu deren Überwindung zu entwickeln. 

(Schwerpunkt: Flexibilisierung und Entgrenzung von Arbeit)

Publikation im Projektzusammenhang:

Ingo Matuschek / Frank Kleemann (2018): "Was man nicht kennt, kann man nicht regeln". Betriebsvereinbarungen als Instrument der arbeitspolitischen Regulierung von Industrie 4.0 und Digitalisierung; in: WSI-Mitteilungen 3/2018, S. 227-234.

Ingo Matuschek/Frank Kleemann (2018): "Mensch und Technik revisited – Zum sich verändernden Stellenwert von Informalität im Prozess der Digitalisierung"; in: AIS-Studien, 2/2018, S. 58-74; http://www.ais-studien.de/home/veroeffentlichungen-18/oktober.html